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Studis, zur Kasse, zur Uni

Die Streikfronten sind erhärtet, und man muss schon ein sehr diplomatisches Händchen haben, wenn man als Potsdamer Student den Berliner Kollegen klarmachen will, dass sie mit ihrem Protest zwar prinzipiell Recht haben, ihre Forderungen aber nicht durchsetzbar sind.

Es muss gespart werden, und zwar überall – auch an der Bildung. Die Stadt hat einfach kein Geld mehr. Dass diese Situtation vor langer Zeit schon hätte verhindert werden müssen, steht auf einem anderen Blatt. Dafür ist es aber zu spät. Jetzt muss man sich auf die Lösungen konzentrieren.

Die Bedingungen an den Universitäten, speziell den Berliner, sind schlecht und werden es immer mehr, wenn nicht doch Studiengebühren erhoben werden. Der Akademiker verdient im späteren Berufsleben mehr als der Arbeiter und kann daher auch ein kostenpflichtiges Studium verkraften. Das hat sogar schon Marx erkannt, auf dessen Ansichten man sich in diesem Streit sonst gern beruft. Natürlich sollte dabei die Sozialverträglichkeit solcher Gebühren gesichert sein.

Viele Studenten haben nur wenig Geld zur Verfügung, oder: Bildung sollte keine Frage der Finanzen sein, so die einhellige Meinung der Gebührengegner. Alles richtig, aber kein Grund, an der Kostenlos-Manier festzuhalten. Mit einem Darlehen von Vater Staat für jeden, der studieren möchte, und das später an die jeweilige Universität zurückgezahlt wird, hätte man diese Pseudo-Argumente vom Tisch.

Bleibt das Problem der Auswanderung: Viele Studenten gehen während des Studiums ins Ausland und bleiben dort oder wandern nach dem Abschluss aus. Wahrscheinlich schreien gerade die am lautesten nach weiterhin kostenfreien Studienplätzen, die bei der ersten Gelegenheit die Flucht ergreifen. Um das zu verhindern, könnte man die Rückzahlung des Darlehens subventionieren. Wer hier bleibt, zahlt weniger. Das Geld bekommt die Regierung schließlich als Steuern zurück.

In jedem Fall wird es Zeit, dass beide Seiten in diesem Streit Kompromissbereitschaft signalisieren und gemeinsam eine Lösung erarbeiten. Zeit ist Geld!

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