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Tom bei den Japanern

Filme können ja auf so unterschiedliche Weise gefallen: Beim letzten Samurai war’s jedenfalls das Drumherum, nicht die Story an sich und auch nicht der Hauptdarsteller.

Der Film nutzt geschickt die Faszination einer selten thematisierten Kultur, um längst verfilmten Stoff als neu zu verkaufen. Daher sind Parallelen zu Klassikern wie Gettyburg, Der mit dem Wolf tanzt oder auch Robin Hood (ob bewusst gewählt oder nicht) nur schwer zu leugnen. Vielleicht liegt es aber auch an der vehementen Vorhersehbarkeit, die mehr als einmal den “Kenn-ich-schon”-Effekt auslöst.

Außerdem spricht es nicht gerade für Tom Cruise, wenn man zu dem Schluss kommt, dass jeder andere seine Rolle nach der ersten halben Stunde hätte übernehmen können. Bis dahin hat er den alkoholsüchtigen Captain brillant verkörpert.

Trotzdem hält die Nachdenklichkeit über die Verlogenheit des japanischen Lächelns, die Traditionen und vor allem den Ehrenkodex bis lange nach dem Film an. Das macht ihn – zusammen mit ausdrucksstarken Bildern – im Nachhinein betrachtet aus. Was ebenso dafür spricht, den Streifen zu sehen, wie die Tatsache, dass das Urteil über amerikanische Politik durchaus kritisch daherkommt.

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