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Von großen Fischen, Hagelnkörnern und Holzpferden

Generell gilt ja: Man schaut sich nur die Kinofilme an, die einen interessieren. Das sollte die Quote der guten auf ein akzeptables Niveau heben. Um ernüchternder ist es, wenn einem von drei Kinobesuchen gerade mal ein Film begeistert hat:

  • Big Fish

    Von Anfang an hat der Film eine Sogwirkung auf den Zuschauer, die perfekt zum Thema des Geschichtenerzählens passt: Die tragische, von Aberwitz und Ironie geprägte Vater-Sohn-Beziehung kommt erfreulicherweise mit wenig sentimentalen Elementen daher, mit denen solche Filme sonst alle nur denkbaren Klischees bedienen. Vielleicht gerade wegen der vielen Fantasy-Ansätze.

    Abgerundet wird das Bild von einer durchaus stimmigen Mischung von bekannten (Jessica Lange, Tausend Morgen, und Albert Finney, Erin Brockovich, sowie Danny de Vito) und weniger bekannten Schauspielern (z.B. Billy Crudup).

    Nach dem Kino bleibt einfach nur ein schönes Gefühl im Bauch und eine nachdenkliche Aussage im Kopf.
  • Übermorgen

    Nach einer an Ice Age erinnernden Anfangssequenz fackelt Regisseur Emmerich nicht lange, düstere Klimaszenarien auf den Zuschauer loszulassen, die einem Feuerwerk ähneln: Tornadoes in L.A. (einer hätte ja nicht genug zerstört), Hagel in Tokio, Eiszeit in Manhattan.

    Was dem Streifen letztendlich zum Verhängnis wird: seine allgegenwärtigen Übertreibungen (Stichwort: Bezinleitungen frieren binnen Sekunden komplett ein). Das ist schade, denn der Anspruch auf Seriösität und Aktualität wird vergeben, weil das eigentlichen Hauptproblem (globale Erwärmung, Kyotoprotokoll etc.) in den Hintergrund tritt und damit nach Ende des Films nicht einmal ansatzweise gelöst ist.
  • Troja

    Spätestens seit der Herr der Ringe verfilmt wurde, hat man genug von Massenschlachten. Zwar sieht man ihnen erstaunlicherweise ihre digitale Herkunft überhaupt nicht mehr an. Aber neue Ideen bestehen nicht darin, die kämpfen Horden weiter zu vervielfachen.

    Die Kämpfe werden bis ins letzte Detail gezeigt, was die Realität zwar durchaus widerspiegeln mag, aber nicht jedermanns Sache ist. Irgendwann fällt einem zwangsläufig das ungeschriebene Gesetz ein, dass gute Filme eigentlich gerade nichts von dem zeigen, was sie eigentlich zeigen, eindrucksvoll bewiesen in Klassikern wie Psycho und Spiel mir das Lied vom Tod.

    Klammert man Szenen mit Blut aus, bleibt eigentlich nichts übrig von Petersens Epos, denn die Musik erinnert stellenweise an Winnetou, und die Dialoge sind hollywood-typisch gehalten. Große Enttäuschung statt großes Kino.

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