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In die Karten geschaut

So wird man also behandelt, wenn man der amerikanischen Wirtschaft ein wenig auf die Sprünge helfen will: Die Zeitungen schreiben von Kreditkarten-Missbrauch auf amerikanischem Boden und davon, dass bislang keine Karten deutscher Kunden gesperrt werden mussten. Und doch: Meine Karte wurde trotzdem gesperrt.

Da kann einem leicht die Vorfreude auf den anstehenden Urlaub in den USA vergehen. Vor allem, wenn das Flugticket an die Karte gebunden ist.

Viel schlimmer dabei ist der Grund für den Missbrauch (Tagesspiegel)

Das Leck in den USA kam offenbar zustande, weil Cardsystems einen Teil der Kreditkartendaten entgegen den bestehenden Sicherheitsvorschriften in einem weniger stark gesicherten Bereich abgespeichert hatte.

Aha. Gut zu wissen, es handelt sich ja nur um Daten von Kunden, die von Deutschland aus immerhin 1% des Umsatzes an Gebühren bezahlen.

Was allerdings viel schwerer wiegt als der folgende finanzielle Schaden, der letztendlich auf dem Rücken der Kunden ausgetragen wird, und die Tatsache, dass die Datensicherheit hier anscheinend “Forschungszwecken” untergliedert wird, ist das mit Füßen getretene Sicherheitsbewusstsein der Kunden: Bisher galt es als einigermaßen sicher, die Daten über SSL-verschlüsselte Webseiten auszutauschen. Die Sicherheit solcher Standards wird jetzt in Frage gestellt werden. Was nützt der sicherste Transport in gepanzerten Wagen, wenn die Goldbarren hinterher auf freiem Feld und für jedermann sichtbar gelagert werden? Zu Recht wird damit die Notwendigkeit des teuren Transports angezweifelt. Übertragen auf das WWW heißt das: Wozu verschlüssele ich die Daten eigentlich, wenn sie am anderen Ende wer-weiß-wo abgespeichert werden? Und warum werden die Daten überhaupt abgespeichert?

Umso interessanter ist es, dass ich ausgerechnet heute auf eine Webseite gestoßen bin, die meine Kreditkarten-Informationen über eine unverschlüsselte Verbindung angefordert hat. Denkste, Puppe — nicht mit mir!

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  • Anje 23. Juni 2005, 21:40

    “Die Zeitungen schreiben von Kreditkarten-Missbrauch auf amerikanischem Boden und davon, dass bislang keine Karten deutscher Kunden gesperrt werden mussten.”

    Mmmmh, in den Zeitungen heißt es, dass nichts in Deutschland abhanden gekommen ist, aber nicht, dass keine deutschen Kunden betroffen sind. Da liegt ein Unterschied. Denn alle Quellen, die ich bisher gesehen habe, deuten immer wieder darauf hin, dass auch Kunden in Europa (und Deutschland) betroffen sind.

    Bezüglich Internet: die Risiken, eine Kreditkarte zu benutzen bestehen nicht nur im Internet. Soweit ich weiß finden nur 12% des Datenklaus wirklich durch Käufe im Internet statt. Durch meinen Logistik-Kurs hier gerate ich immer wieder an Horror-Storys, wie Firmen wichtige Kunden- und Arbeitnehmer-Daten “verlieren” beim Transport von A nach B. Außerdem muss ich oft nicht mal unterschreiben, wenn ich hier mit Kreditkarte zahle. Und wer garantiert mir, dass, wenn ich meine Kreditkarte im Restaurant benutze, der Ober um die Ecke nicht ein Kartenauslesegerät zu stehen hat und meine Daten speichert???

    Mein Tipp: regelmäßig das Konto checken und einfach ein wenig auf der Hut sein.