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Einblicke in die Projektarbeit

Das 7. Fachsemester unseres Studiengangs ist reserviert für ein Softwareprojekt. Das ist insofern toll, weil wir zusammen mit Lehrstuhl und einer Firma nicht etwa ein Planspiel machen, sondern Software entwickeln, die später (hoffentlich) produktiv eingesetzt werden kann. Das Projekt selbst und die entsprechende Dokumentation sind dann praktisch unsere Abschlussarbeit. Doch manchmal wir der Projektalltag schneller von der Realität eingeholt als uns lieb sein kann.

Am Ende des 5. Semesters werden die Projekte ausgeschrieben, alle Studenten zählen ihre fünf Favoriten auf, und dann wird zugeordnet. Eine Projektgruppe besteht meist aus acht Studenten, und wenn man nicht gerade das Pech hat, dass der betreuende Lehrstuhl die Partnerfirma zum Teufel jagt, bleibt ein Jahr für seelische, moralische und fachliche Vorbereitung. (Diese Möglichkeit wurde aber von kaum einer Gruppe außer unserer genutzt.)

Mein Favorit war das Projekt “Mobile User Interfaces” in Zusammenarbeit mit der SAP Berlin. Ziel des Projekts, so die Ausschreibung, ist die Entwicklung von innovativen Benutzer-Oberflächen und eines Werkzeugs zum einfachen Zusammenstellen solcher Oberflächen. “Mobile” deshalb, weil die bestehende Anwendung fast ausschließlich auf mobilen Geräten wie PDAs und Laptops läuft.

Der universitäre Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung von innovativen graphischen Elementen (um möglichst viel Information auf dem wenigen Platz darzustellen), wogegen die SAP eher daran interessiert ist, Neuerungen für die Anwendung später sofort nutzen zu können. Hier deutet sich das erste Dilemma an: Nichts ist für ein Projekt so gefährlich wie ein unklarer Auftrag. (Und das wäre kaum erwähnenswert, wenn jeder beteiligte Entscheidungsbefugte kurzfristig erreichbar wäre.) Andererseits werden wir uns bei späteren Projekten herumschlagen müssen. Und ein Kompromiss trägt nur dazu bei, es sich schlechtestenfalls mit beiden Seiten zu verscherzen. In diesem Fall müssen wir uns darauf besinnen, wer über den Erfolg des Projektes und damit über unseren Abschluss entscheidet…

Unsere illustre Truppe ist jedenfalls mit Spaß und Eifer an der Sache, doch die Welt werden wir nicht verändern (Gruß an Anje). Es kommt schon mal vor, dass wir uns bei der Korrektur des Konzeptes in Diskussionen über typographische Probleme wie Leerzeichen hinter Schrägstrichen verlieren. Und diese Woche brachte die Erkenntnis, dass die Projektkeksdose nicht im heißen Abluftstrom des Beamers stehen sollte — jedenfalls nicht, wenn Schokoladenkekse drin sind.

Und sonst? Montag gehen wir in die Höhle des Löwen und stellen unser Konzept der SAP vor. Dann wird es ernst!

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  • SCHAPPY 15. Oktober 2005, 16:58

    Wird es nach Montag wirklich ernst? Da bin ich mir nicht ganz so sicher. Das was _wir_ bisher gemacht haben, ist lediglich den SAPlern die Arbeit abzunehmen und ein Lastenheft mit einem Pflichtenheft zu kombinieren. Zum einen wird es gewiss keine Ja-/Nein-Entscheidung geben. Zum anderen wird danach weder etwas _konstruiert_ noch etwas programmiert. Die “illustre Truppe” wird sich in gemütlicher Regelmäßigkeit über Lapalien streiten und erstmal einen _ordentlichen_ Projektplan aufstellen, damit sowohl Realisierungsreihenfolge, als auch zu erreichende Meilensteile feststehen.

    Aber was kommt dann? Das ist die interessante Frage – vor allem wenn man bisher noch immer nicht mehr weiß, als zuvor :)