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Mein erster Schultag

Heute ist es also soweit: Die ersten beiden Kurse fangen an.

Um 10 Uhr Introduktion till datasäkerhet (keine Angst, die Kurse sind Englisch, aber die schwedischen Bezeichnungen hören sich weniger nach Nerds an). Es dauert eine Weile, bis wir internationalen Studenten warm wurden — 25 Leute sind wir in dem Kurs, davon weniger als fünf Schweden.

Nach einer kurzen Übersicht, worum es gehen soll, weiter zur Anwesenheit. Der Dozent hat eine Liste mit 170 Namen und beginnt, die anfangs vorwiegend arabisch klingenden Namen vorzulesen. Das sorgt schon für einige Lacher, weil er damit sichtbar Probleme hat. Bei einem besonders langen Namen meldet sich der Chinese Ping (das ist nur sein Nachname, manchmal nennt er sich Steven für uns Europäer). How did I do? fragt der Dozent stolz nach, aber Ping lächelt nur und raunt mir entgegen Not even close. (Sein Name sorgt auch später in der Pause für Lacher, als Miguel aus Spanien Pings Nummer in sein Handy hackt und meint Mist, jetzt hab ich Traceroute geschrieben.) Nach etwa 30 Namen können wir den Dozenten überzeugen, dass eine Liste mit den Name aller Anwesenden die bessere Alternative ist.

Kurze Mittagspause, dann weiter zu Programmering i UNIX-miljö, und hier wird es spannend. Einige haben noch nie mit anderen Systemen als Windows gearbeitet — aber der Dozent versichert uns, dass das alles nicht sooo schwer ist (ganz bestimmt!). Die Vorlesung erinnert an eine lockere Unterhaltung, und es gibt einen Streber, der zu jeder Folie irgendeinen Kommentar abgibt. Hier wird es keine Prüfung geben, sondern drei Programmierübungen, die bewertet werden.

Danach buchen wir zu viert noch schnell Joan für morgen zwischen 10 und 13 Uhr und machen uns auf den Weg nach Hause. (Bevor jetzt jemand Anje schreibt, dass ich mit meinen Kommilitonen hier irgendwelche Orgien veranstalte: Joan ist einer der zahlreichen Gruppenräume neben der Bibliothek, in denen man ungestört arbeiten kann.)

Erster Eindruck: Wir sind erwartungsgemäß pünktlicher als die Schweden (wir sollten ihnen aber auch eine Chance geben, finde ich), für die Räume ist ein Pullover angebracht und, ach ja, der erste Tag wird hier genauso mit Vorgeplänkel vergeudet wie zu Hause.

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  • schmidt 30. August 2006, 19:49

    Der Streber kommt aber nicht zufällig aus Berlin und hat ein Unix-Derivat auf seinem Laptop installiert?

  • André 30. August 2006, 21:37

    Nein, der Streber kommt aus Schweden (ein so genannter Schweden-Streber) und hat “seit ein paar Jahren” ein anderes Unix-Derivat (FreeBSD) im Einsatz.

    Da regt mich ja schon die Frage auf! :-)

  • SCHAPPY 3. September 2006, 02:12

    Mist, ich hatte es auch so verstanden, dass Du (wie üblich *argh*) über Dich selbst in dritter Person gesprochen hättest.

  • André 3. September 2006, 12:09

    Wann red ich denn mal von mir in der dritten Person?

    Und auch wenn ich vielleicht zu der ein oder anderen Folie einen Kommentar abgebe: Ich hab noch nie zu einem Dozenten gesagt: Jetzt muss ich Sie aber doch mal unterbrechen: Das ist komplett falsch. Und das Beste war: Wer Manpages lesen kann, ist klar im Vorteil — der Dozent hatte Recht.