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Stockholm – beauty on water

Eigentlich sollte das ja nicht so schwer sein: zum Flughafen fahren, einchecken und ab die Post nach Stockholm. Wenn es doch so einfach wäre… Zunächst muss gesagt werden, dass der letzte (und auch so ziemlich der einzige) Bus am Tag zum Flughafen Ronneby kurz nach fünf fährt. Das ist etwas ungünstig, wenn der eigene Flug erst um 19:30 Uhr geht. Also ruft man ein Taxi. Pech nur, wenn es nicht zur vereinbarten Zeit kommt. Ich saß schon wie auf Kohlen, in ständiger Angst, dass der Flieger ohne uns geht. Nach einem weiteren Anruf kam das Taxi dann doch. Der Fahrer fragte nach, welchen Flug wir denn nehmen müssten und meinte dann ganz cool: “Da habt ihr ja noch mehr als genug Zeit, der Flieger landet sowieso nicht vor 7.” (Nur zur Info: Es war mittlerweile halb sieben, der Flieger sollte in einer Stunde gehen und wir mussten ja noch einchecken.).

Also gut, das hatte dann noch geklappt. Wie groß war dann unsere Überraschung, als wir am “Flughafen” ankamen. Wer Tempelhof klein findet, wird Ronneby Flygstation nicht als Flughafen anerkennen. Wir wurden eher an einen privaten Flugplatz denn an einen richtigen Flughafen erinnert. Und erwarteten, mit einer Mini-Propellermaschine nach Stockholm fliegen zu müssen. Aber nein, es war dann doch eine Boeing 737. Zum Glück war die Startbahn lang genug.

Doch vorher mussten wir ja noch einchecken. Ungelogen: Die Halle des Flughafens bestand aus fünf Self-Check-In-Automaten, einer Gepäckabgabe und einem kleinen Café. Nachdem unsere Buchungsreferenz nicht funktionierte und auch das Servicepersonal es nicht schaffte (kein Wunder, wenn man das Gleiche versucht wie wir), wurde uns mitgeteilt, dass der Flug nicht bezahlt wurde. Von der angegebenen Kreditkarte konnte nichts abgebucht werden. Großer Schreck!!! Mussten wir nun in Ronneby bleiben? Aber wir hatten doch auch das Hotel ohne Probleme mit dieser Kreditkarte bezahlt. Und nun? Nach langem Hin und Her ohne Erfolg griffen wir zu Andrés Kreditkarte und — oh Wunder — es klappte! Unser Trip nach Stockholm war gerettet!

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Der Flug war traumhaft, da wir von der untergehenden Sonne begleitet wurden und sich dementsprechend unsere Laune erheblich besserte. In Arlanda gelandet, fanden wir ohne Probleme den Flygbuss in die Innenstadt und gelangten ohne weitere Umstände in unser Hotel, das echt weiter zu empfehlen ist. Es liegt sehr zentral, direkt an der Metro und ist dennoch schön ruhig.

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Am nächsten Tag machten wir dann also Stockholm unsicher. Wir waren begeistert! So eine schöne Stadt und so tolles Wetter noch dazu. Wir hatten jeden Tag Sonnenschein pur und Temperaturen um die 20 °C oder mehr. Da macht das Entdecken natürlich viel mehr Spaß. Was hat uns am meisten gefallen? Die Innenstadt, die viele kleine, enge und niedliche Gassen und Sträßchen aufweist, aber leider manchmal ein wenig von Asiaten und anderen Touristen belagert ist; die vielen grünen Ecken, die zum Hinsetzen und Verweilen einladen; die vielen Cafés, die herrlichen Café Latte mit noch herrlicherem Milchschaum bieten; die kunterbunte Menschenmenge, die viele Möglichkeiten zum Schauen, Lachen und ungläubigem Erstarren bietet (was da aber auch manchmal für Outfits rumlaufen — da kann nicht einmal die Simon-Dach-Straße mithalten); das gesamte Flair der Stadt, das nichts mit skandinavischer Kühle gemein hat. Was hat uns nicht so gefallen? Es gibt in der gesamten Stadt nur zwei Chinese Take-aways — das ist doch sehr ungewöhnlich. Die Schweden scheinen nicht so auf Essen to go zu stehen. aber die Preise in den Restaurants und Imbissbuden waren uns doch oftmals zu hoch. Das hatte zur Folge, dass wir länger zur Essenssuche benötigten als gewünscht. Dabei darf man natürlich nicht vergessen, dass die Preise generell höher sind als bei uns in Deutschland. Und noch ein Tipp zum Schluss: Wenn man viel mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren möchte, lohnt sich ein Mehrtagesticket!

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An unserem letzten Tag ging es dann noch nach Uppsala (gesprochen: Üpp’sola), um einen Kumpel von André zu besuchen. Da er keine Uni hatte, führte er uns den ganzen Tag durch diese von Studenten bevölkerte Stadt. Auf 70.000 Einwohner kommen 35.000 Studenten! Dementsprechend jung und lebendig ist die Stadt auch (nur nicht im Sommer, wenn Semesterferien sind — da ist wohl alles wie ausgestorben). Uns hat es dort sehr gut gefallen — vor allem Gamla Uppsala. Dort gibt es noch drei circa 1.500 Jahre alte stattliche Grabhügel. Wir fühlten uns teilweise in die Highlands in Schottland versetzt.

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Nach vier herrlichen Tagen ging es dann wieder zum Arlanda Flygplats und von dort zurück zur Ronneby Flygstation. Vorsorglich hatten wir wieder ein Taxi bestellt, das wir dann auch nach einiger Verwirrung besteigen konnten (zusammen mit drei anderen Fahrgästen — Sammeltaxis scheinen hier üblich zu sein). Die Überraschung war groß, als der Fahrer am Ende der Fahrt kein Geld haben wollte. Andere Länder, andere Sitten???


Stockholm

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  • Heike + Jörg 28. September 2006, 20:14

    Na, da bekommt man ja gleich Lust, die Koffer zu packen und ins Knäckebrotland zu reisen.

    Kann es sein, dass in Ronneby die Uhren etwas langsamer gehen? Der Ronneby International Airport scheint überdies ja gleich nach Frankfurt zu kommen bei dem Flugbetrieb.

    Anje, auf der Rückfahrt bei Deinem Chinesen in Kopenhagen vorbeischauen und empfehlen, in Stockholm einen Laden zu eröffnen.

    Noch ein paar schöne Tage für Euch!!!

  • Alex 29. September 2006, 08:24

    Ach ja, Reise- und Erlebnisberichte aus fremden Ländern sind schon was schönes :-) Irgendwann (vielleicht schon bald) werde ich dann wohl auch berichten …

  • Martin S. 21. Januar 2007, 00:11

    Na das mit den 70.000 Einwohnern von Uppsala stimmt nicht so ganz, es sind knapp doppelt so viele. (Hat euch Andrés Kumpel dort das wirklich so erzählt?) 1/4 Stundenten und dazu noch so viele ist trotzdem nett..

    Oh halt, ihr meint nicht-studentische Einwohner? Dann sinds ca. 1.5x so viele. :-)