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Lucia

Ich weiß nicht mehr viel über meine Gemütszustände während meines USA-Jahres, aber ich kann mich gut daran erinnern, dass die Weihnachtszeit nicht gerade die glücklichste Zeit war. Umso schöner ist es hier in Schweden: Man bekommt erst ab November und bis in den Dezember hinein Lebkuchen zu kaufen, und man lernt andere Traditionen kennen, z.B. das Lichterfest Lucia.

Man stelle sich nur mal vor: Schweden im Mittelalter, es ist der 13. Dezember, der kürzeste Tag des Jahres (für die Besserwisser: vor der Kalenderreform). Ab 15 Uhr ist es dunkel — und wir sprechen hier von Südschweden, oben in Uppsala wird das noch ganz anders aussehen. Liegt es da nicht nahe zu glauben, dass die Sonne morgen vielleicht nicht mehr aufgeht? Darum gibt es das Luciafest, das inzwischen in Teilen Schwedens leider zur Miss-Wahl verkommen ist.

Was ist denn nun eigentlich passiert? Nun, alles fing damit an, dass gegen 3 Uhr nachts angetrunkene junge Einheimische durch die Häuser zogen, an die Türen hämmerten und lauthals sangen. Damit ist auch schon alles über den nicht mehr so traditionellen Teil des Festes gesagt.

Der traditionelle Teil umfasst pepperkakor, Mädchen-Chöre und Weihnachtsmusik. Ronnebys Lucia und ihren Gefährtinnen durften wir schon beim Julsittning lauschen, nun saßen wir also in Karlskrona und beobachteten, wie der Chor in den Raum stolzierte, allen voran die Lucia mit ihrer Krone aus brennenden Kerzen.

Der Abend wurde speziell für die internationalen Studenten veranstaltet, und allen Beteiligten hat es gefallen, einschließlich des jüngeren Chors, der vor lauter Blitzlichtern nicht mehr gehen wollte.

Eine schöne Tradition.

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  • Martin S. 21. Januar 2007, 00:25

    Es gibt auch Gegenden wo die Aktion um 5 Uhr morgens traditioneller zelebriert wird. Bspw. machen das einige von Uppsalas Chören so, bei denen sich die Mädels Kränze und die Jungens alberne Spitzhüte auf den Kopf setzen, vornweg die Lucia mit den Kerzen auf dem Haupt, und in lange weiße Gewänder gehüllt düst man dann durch die Stadt zu verschiedenen Leuten die dem Chor wichtig sind, singt nett was vor und wird dann noch mit der ersehnten Fika-Einladung bedacht wo man sich dann mit Kuchen fitt für den nächsten Ritt über die vereisten Straßen machen kann.

    Natürlich nur, wenn man nicht stattdessen mit verdammten Rückenschmerzen das Bett hüten muss. Die übermüdeten non-chicken Chorleute am Nachmittag zu sehen bzw. zu bedauern hat die Entscheidung dann aber legitimiert.

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