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Gravedigger in der Columbiahalle

Seit mittlerweile acht Jahren kenne ich Dave Matthews, und nun haben wir es endlich auf ein Konzert geschafft. Der Musiker aus Virginia wird ja hierzulande verkannt wie Robbie Williams in den Staaten, aber das hält 3.500 Fans nicht davon ab, ihn in der ausverkauften Columbiahalle sehen zu wollen.

Diesmal ist er also ohne Band angereist: An acoustic evening with Dave Matthews. Pünktlich kommt er auf die Bühne, stellt kurz seinen Begleiter Tim Reynolds vor, und schon geht’s los: Zwei Männer, zwei Gitarren und diese unverwechselbare Stimme.

Und diese unverwechselbare Stimmung: Das Publikum tobt jedes Mal schon beim ersten Akkord — bevor ich überhaupt den Hauch einer Chance habe, ein Lied zu erkennen. Der Mann neben uns hört sich anscheinend selbst lieber singen als den Mann auf der Bühne, das Ticket hätte er sich schenken können. Überhaupt wird für ein Acoustic-Konzert erstaunlich viel gesabbelt.

Dave Matthews nimmt Zwischenrufe gelassen und erklärt, dass gröhlende Männer letzten Endes auch nur kreischende Groupies sind. Der darauffolgende Ruf I love you, Dave von einem männlichen Fan kommentiert der Musiker trocken mit Hmm, I might get lucky tonight. Tim Reynolds ist weniger gesprächig (kein Wunder, so ganz ohne Mikro). Auch kommt er mit nur einem Instrument aus, während Dave nach beinahe jedem Lied die Gitarre wechselt.

Nach fast drei Stunden inklusive fünf Zugaben (für die, die’s ganz genau wissen wollen, gibt’s die Liste der gespielten Stücke) verabschieden sich die beiden Musiker endgültig. Was für ein Abend!

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