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Linux auf dem Vormarsch?

Ich habe immer versucht, das Thema Linux von hier fernzuhalten, weil ich von religiösen Debatten wenig halte. Und dazu kommt es beim Thema Betriebssysteme fast zwangsläufig. Man kann davon halten, was man will, aber heute war ein guter Tag für Computer-Nutzer!

Zeit wird’s, dass ein Unternehmen mit Dells Marktanteil PCs mit vorinstalliertem Linux ausliefert. Denn bisher ist die Liste der Hersteller, die Linux vorinstalliert ausliefern, relativ überschaubar. Und so ist es ganz im Sinne von Linus, wenn der Kunde beim Computer-Kauf auch die Wahl des Betriebssystems hat. (Irgendwo hab ich das mal ganz konkret gelesen, aber leider finde ich es nicht mehr.)

Ich glaube zwar nicht, dass der Anteil der Linux-Nutzer wegen solcher Aktionen demnächst stark zunehmen wird. Aber es ist ein Anfang. Und wenn es nur dazu beiträgt, Kunden auf mögliche Alternativen hinzuweisen.

Ziel muss es sein, den Anteil von alternativen Betriebssystemen so weit zu erhöhen, dass von einem Monopol Microsofts kaum noch eine Rede sein kann. Ich kann mir vorstellen, dass gerade für Laien die Vielfalt keine große Hilfe ist und den Vergleich von PC-Systemen erschwert (auch ich bin zur Zeit froh, keinen neuen Rechner kaufen zu müssen).

Warum soll man also noch zur Auswahl des Betriebssystems gezwungen werden, wo das doch bisher so schön einfach war beim PC-Kauf? Warum gibt es mehrere Drucker im Handel? Oder Kameras? Oder Hosen? Oder Joghurt-Sorten?

Beinharte Windows-Fans wird das natürlich kaum zum Umdenken bewegen. Und auch Apple-Jünger werden deshalb nicht überlaufen. Aber vielleicht hilft es den vielen Anwendern, die ihren PC kaufen (oder kaufen lassen) für Mails, zum Surfen im Café oder DVD-Schauen im Zug — und es leid sind, sicherheitskritische Entscheidungen für Windows treffen oder Lücken zu stopfen zu müssen.

Auch wenn ich kein Fan von Ubuntu bin: Ohne diese Jungs (und Mädels?) hätte Dell wohl kaum so entschieden. Also vielen Dank!

Comments on this entry are closed.

  • schmidt 25. Mai 2007, 10:11

    Ziel muss es sein, den Anteil von alternativen Betriebssystemen so weit zu erhöhen, dass von einem Monopol Microsofts kaum noch eine Rede sein kann.

    Das sieht Mark Shuttleworth, der Gründer von Ubuntu, im Übrigen ganz ähnlich, wie der erste Bug im Ubuntu Bug Tracker beweist.

    https://launchpad.net/ubuntu/+bug/1

    Ich bin nicht so optimistisch wie du. Auch IBM bietet schon eine ganze Zeit bzw. immer mal wieder PCs mit Linux-Support. Aber ich habe noch niemand gesehen, der sich so einen zugelegt hätte. Schaden kann die Initiative von Dell jedenfalls nicht.

  • André 25. Mai 2007, 14:28

    Sehr medienwirksame Sache, das mit Bug #1. Kannte ich bisher nicht, danke für den Hinweis!

  • Konstantin Klein 10. Juni 2007, 13:06

    Und was heißt hier “religiös”? Es muss doch möglich sein, ganz sachlich und ohne jede Vorurteile festzustellen, dass Linux das beste Betriebssystem ist. Mit Ausnahme von Unix und BSD vielleicht…

    Grins.

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