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Quartalslektüre, Teil II

Wie bereits im April angekündigt, werde ich drei Bücher pro Quartal lesen und hier vorstellen. Ich habe übrigens beschlossen, die Serie in Quartalslektüre umzubenennen, weil Klappentexte das Thema leicht verfehlt — bisher hatte ich aber keine bessere Idee.

Bevor ich jedoch auf die Bücher zu sprechen komme, eine kurze Richtigstellung: Ich bin kein Fan von Fantasy- oder Science-Fiction-Büchern. Ich bin eigentlich das genaue Gegenteil. Dass die ersten vier Bücher, die ich hier vorstelle, aus ähnlichen Lagern kommen, ist purer Zufall.

Der Schwarm von Frank Schätzing
Ich bin weder Meeresbiologe noch sonstiger naturwissenschaftlicher Forscher, aber die im Buch aufgezeigten Zusammenhänge zwischen Mensch, Tier und Klima sind schlüssig und erschreckend zugleich. Überhaupt schon dieses Thema anzupacken, in dieser Tiefe auszuschmücken und in eine spannende Geschichte einzubetten, verdient meinen uneingeschränkten Respekt. Der dargestellte Konflikt zwischen Wissenschaftlern und Militaristen ist ebenso glaubhaft wie die Betrachtung des menschlichen Einflusses auf das Klima. Das Buch geht über ein überraschendes Finale hinaus und schließt mit einem sehr kritischen Blick auf Religionen. Rundum gelungen.
Mordmethoden von Mark Benecke
Hörer von Radio Eins kennen Mark Benecke als kurzweiligen Interviewpartner zu den skurrilsten Themen im Wissenschaftsmagazin Die Profis. In seinem Buch stellt er bekannte und unbekannte Kriminalfälle vor. Leider geht er dabei wenig strukturiert vor: Einschübe über mehrere Seiten hindern den Lesefluss ebenso wie ein unschlüssiges Springen durch die Chronologie eines Falles. Hier musste ich des Öfteren hin- und herblättern, obwohl mir Zusammenhänge sonst liegen. Das ist schade, weil die Auswahl der Fälle hinsichtlich Vielseitigkeit und Spannung einiges zu bieten hat.
The Life and Times of the Thunderbolt Kid von Bill Bryson
Bill Bryson ist ein Meister mit ganz eigenem Stil: Lebhaft und urkomisch. Die meisten kennen ihn wahrscheinlich als Autor von Eine kurze Geschichte von fast allem. Nach jenem und diversen Reisebüchern sind diese Memoiren sein bisher persönlichstes Werk. Er beschreibt seine Kindheit im Des Moines der 50er Jahre: Ob auf der Suche nach nackten Frauen, bei Popcorn-Schlachten im Kino, oder über die Verrohung der Jugend durch Comics — Bill Bryson erzählt alles (mal wieder) mit einem Augenzwinkern.

Ich bin noch auf der Suche nach Büchern für das zweite Halbjahr. Irgendwelche Empfehlungen?

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  • schmidt 28. Juni 2007, 10:35

    Vielen Dank für die Einsichten. Vielleicht sollte ich den Schwarm doch irgendwann lesen.

    Ich werde momentan zu einem Fan von Christopher Moore. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass er nicht jedermans Geschmack trifft.

    Er erzählt amüsant, abgedrehte Geschichten mit teilweise übernatürlichen Dingen oder Wesen, die in das Leben der Protagonisten eingreifen. Sein Schreiben erinnert mich stark an Douglas Adams, aber der ist ja auch ein Fall für sich.

    Für den “Einsteiger” würde sich vielleicht “Bibel nach Biff” eignen oder “Die Himmelsgöttin”. Die sind nicht ganz so abgedreht, sondern charmant verqueer.

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