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200 Mails in zehn Minuten

Seit über vier Jahren habe ich ein Postfach mit einem Allesfänger, der sämtliche Mails an mich weiterleitet, ob die Adresse nun existiert oder nicht. Seit heute nicht mehr.

Diese Weiterleitung hat einen entscheidenenden Vorteil: ich kann nach Belieben Adressen verteilen — da bekommt jede Mailingliste eine eigene, der Versandhändler eine andere und Freunde noch eine ganz andere. Mittlerweile haben sich auf diese Weise mehr als 20 regelmäßig genutzte Adressen angesammelt.

Vor etwa einem halben Jahr habe ich angefangen, bestimmte Adressen in ein zweites Postfach zustellen zu lassen, darunter auch die typischen thisisjustatestmessageatall@…, mit denen Spammer anscheinend solche Alles-Weiterleitungen aufspüren wollen. Das lässt den Aufwand zunächst minimal, da es nur wenige Adressen sind. Die paar, die doch durchkamen, hat der Donnervogel lokal gefiltert.

Heute hat sich all das gerächt: Ich habe innerhalb von zehn Minuten 200 Spam-Nachrichten bekommen, die jetzt an alles mögliche adressiert waren. Bevor ich richtig wusste, was da passiert, waren die nächsten 200 Nachrichten vom Server auf meinem Rechner!

Also habe ich kurzerhand die schwarze in eine weiße Liste verwandelt: Jetzt werden nur noch bekannte Adressen zugestellt, die restlichen prallen ab. Das löst zwar das Problem nicht, dass mittlerweile 90 Prozent des weltweiten E-Mail-Verkehrs Spam sind, hält aber zumindest das eigene Postfach sauber.

Das Aufwändigste an solch einer Aktion ist es allerdings, die Adressen, die man irgendwann vergeben hat, zusammenzusuchen, in die Liste einzupflegen und zu hoffen, dass man keine wichtige vergessen hat (Bank, Stromanbieter usw.) — sonst landet die nächste Online-Rechnung im Nirvana…

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  • schmidt 14. August 2007, 17:57

    Ich gebe nicht auf und behalte meinen Catch-All bis zum bitteren Ende.

  • Jean Pierre 15. August 2007, 00:52

    Ich habe mein Catch-All mittlerweile auch dicht gemacht. Da kam einfach zu viel Blödsinn an.

    Die entsprechenden Localparts, die ich für bestimmte Absender (Internet-Versandhäuser etc.) zugewiesen habe, konnte ich durch Analyse der Maillogs (größtenteils) herausfinden. In der Übergangszeit habe ich noch nicht alles weggeworfen, sondern die Mails bei Unklarheiten erst mal in eine separate Mailbox geworfen.

    Natürlich erfordert es zusätzlichen Aufwand, die Localparts-Liste zu pflegen, aber seither hält sich das Spamaufkommen (bis auf die üblichen Verdächtigen, die ihre Adressen aus verwurmten Windosen-Adressbüchern beziehen) in Grenzen.

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