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Quartalslektüre, Teil III

Ein Buch pro Monat ist locker zu schaffen. In diesem Quartal habe ich sogar fünf Bücher gelesen.

Momo von Michael Ende
Der vollständige Titel gibt kurz den Inhalt wieder: Die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte. Die Parallelen zur heutigen Kultur und Gesellschaft sind nicht zu übersehen — die Menschen werden von ominösen grauen Herren dazu angehalten, immer mehr Zeit zu sparen. Die Geschichte ist in eine Phantasiewelt eingebettet und wunderschön märchenhaft erzählt. Prädikat: Unbedingt lesen und drüber nachdenken!
Freitags wird gebadet von Kurt David
Dieses recht kurze Tagebuch eines Minderjährigen war in der DDR Kult und eignet sich heute als humorvolle Lektüre für jeden, der wenigstens ein bisschen Hintergrundwissen über jene Zeit besitzt.
Glenkill. Ein Schafskrimi von Leonie Swann
Schäfer George ist ermordet worden. Und wer würde sich besser als Ermittler eignen als seine Schafherde? Also machen sich Miss Maple [sic!], Mopple the Whale, Othello und Co. auf die Spurensuche in der merkwürdigen Welt der Menschen. Missverständnisse sind da vorprogrammiert: So wird der Priester zu Gott, weil er die Gemeinde mit Willkommen im Hause Gottes begrüßt hat. Spannend, witzig und unglaublich originell!
Das Pinguin-Prinzip: Wie Veränderung zum Erfolg führt von John Kotter und Holger Rathgeber
Die Idee, ein stinklangweiliges BWL-Thema wie Veränderungsmanagement als Fabel zu verpacken, ist genial: Das beweist, dass gesellschaftlich relevante Themen in der heutigen Zeit viel zu formell behandelt werden. Kotter und Rathgeber greifen auf die Fabel zurück, um auch Menschen zu erreichen, die sich in der Materie nicht auskennen. Und das gelingt ihnen auf ganzer Linie — ich habe zwar einige betriebswirtschaftliche Kenntnisse, aber noch nie zuvor habe ich ein solches Thema auf mein Privatleben übertragen wollen. Empfehlenswert für jeden, dem Veränderungen ins Haus stehen.
Website zum Buch
The Monstrous Memoirs of a Mighty McFearless von Ahmet Zappa
Die McFearless sind eine Familie, die (der Name sagt es schon) seit Generationen den Menschen Monster vom Leib hält. Dies ist die Geschichte der jüngsten Tochter und ihres kleineren Bruders, die noch nichts von ihrem Schicksal wissen. Sprachlich stellt die englische Fassung hohe Ansprüche, setzt stilistisch aber auch Maßstäbe. Lediglich das Ende hätte Zappa ausschmücken können wie den Rest des Buches. Spannend und witzig, mit Illustrationen und Rezepten zur Monster-Bekämpfung.
Website zum Buch

Damit sollte endgültig klargestellt sein, dass ich Fan von Vielfalt bin: In den letzten neun Monaten habe ich Krimis, Sachbücher, Kinderbücher, Science-Fiction sowie politische und gesellschaftskritische Bücher gelesen.

Demnächst: Callisto oder Die Kunst des Rasenmähens

Comments on this entry are closed.

  • Perk 10. Oktober 2007, 13:00

    Ein Fan von Vielfalt oder einfach nur entscheidungslos – kann man sehen, wie man will. ;-)