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An ihrer Seite

Kann eine 28-jährige einen Film über ein so schwieriges Thema wie Alzheimer drehen? Unser Urteil: sie kann! Away from her erzählt die Geschichte des Ehepaars Grant und Fiona, die in den letzten 44 Jahren nie getrennt waren. Bis zu dem Tag, als Fiona wegen ihrer Alzheimer-Erkrankung in ein Pflegeheim muss und in den ersten 30 Tagen weder Besuch empfangen noch Anrufe erhalten darf.

Während sie sich der unausweichlichen Situation stellt, will ihr Ehemann das Schicksal nicht akzeptieren. Seine Hoffnung, dass das Heim nur eine temporäre Lösung ist, will er nicht aufgeben. Doch nach den 30 Tagen ist alles anders: Fiona hat mit einem anderen Heimbewohner eine Art Beziehung angefangen. Und Grant wird mehr und mehr zu einem Bekannten, der jeden Tag zu Besuch kommt.

Dieser Film zeigt auf erschreckend einfühlsame Weise, wie schwer es speziell für Angehörige von Alzheimer-Erkrankten ist, mit der Situation umzugehen. Fiona vergisst immer mehr die schönen Erinnerungen der letzten Zeit. Dafür kommen Erinnerungen zurück, die besser vergessen bleiben. Grant bleibt nichts weiter übrig, dem “neuen” Leben seiner großen Liebe als Zuschauer beizuwohnen. Und so erzählt der Film am Ende eher die Geschichte des zurückgebliebenen Ehemanns…

Auch wenn Away from her teilweise etwas langatmig wirkt, ist er doch sehr empfehlenswert. Eine großartige schauspielerische Leistung von allen Mitwirkenden: nicht nur die Hilflosigkeit der beiden Protagonisten, sondern auch die geschäftige Distanz der Heimleiterin und die Resignation der leitenden Krankenschwester wirken erschreckend realistisch.

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