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Die Kunst des negativen Denkens

Wir wollten es mal wieder wagen und einen skandinavischen Film anschauen. In “Die Kunst des negativen Denkens” aus Norwegen geht es um die Frage, wie man mit Leid und Verzweiflung umgehen soll.

Tori leitet eine Selbsthilfegruppe für körperlich Behinderte. Mit von der Partie sind Marte, die seit einem Kletterunfall vom Kopf abwärts gelähmt ist (immer begleitet von ihrem Mann Gard, der den Unfall verursachte) und stets künstlich gut gelaunt ist; Asbjörn, einst ein erfolgreicher Manager, der nach einem Schlaganfall im Rollstuhl sitzt und (vermeintlich) nicht mehr sprechen kann; sowie Lillemor, die ihre Einsamkeit und Verzweiflung hinter einer nicht benötigten Halskrause versteckt.

Nun trifft diese scheinbar lebensfrohe Truppe auf den verbitterten Geirr und seine verzweifelte Frau Ingvild. Geirr ist nach einem Unfall querschnittsgelähmt und impotent, was sich negativ auf seine Ehe und sein Leben auswirkt. Das äußert sich im exzessiven Rauchen (keine gewöhnlichen Zigaretten), im Anschauen von Kriegsfilmen und im Hören von Johnny Cash.  Kurz gesagt: er beherrscht perfekt “Die Kunst des negativen Denkens”.

Und so kommt es, wie es kommen muss: der Schein der heilen Selbsthilfegruppe zerbricht und die Verbitterung der einzelnen Mitglieder kommt zum Vorschein. Es beginnt eine Orgie mit Alkohol und Sex, die ein wahrer Befreiungsschlag für alle ist, am Ende selbst für die sonst so idealistische Tori.

Trotz der Schicksale und der Verzweiflung hat der Film hauptsächlich komische Elemente, die allerdings nie lächerlich oder beleidigend sind. So ist eine gut gelaunte Komödie entstanden, die jedoch sicherlich nicht dem gängigen Humor entspricht. Besonders witzig: der Kotzbeutel, der nach symbolischem Gebrauch am Ende doch noch im buchstäblichen Sinne genutzt wird.

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