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Der Räuber

Es ist jetzt schon einige Zeit her, dass wir an einem kindfreien Abend die Gelegenheit genutzt haben, um ins Kino zu gehen. Wir entschieden uns gegen die großen Blockbuster und für einen unaufgeregten österreichischen Film, der während der 60. Berlinale lief.

“Der Räuber” erzählt die Geschichte von Johann Rettenberger, Marathonläufer und Serienbankräuber. Gerade aus der Haft entlassen, fängt er sofort an zu laufen; etwas, das er auch schon während der Haft exzessiv betrieben hat. Und gleichzeitig plant er eine Serie von Banküberfällen. Diese laufen immer nach dem gleichen Prinzip ab: mit dem Zug geht’s aufs Land, dort stiehlt Rettenberger ein Auto, raubt eine Bank aus, versteckt das Auto im Wald und rennt nach Hause.

Was Rettenberger antreibt, kann der Zuschauer nur erahnen. Er flüchtet vor jeglichem menschlichen Kontakt, nur der Bewährungshelfer und eine Frau versuchen ihm näher zu kommen. Und genau das wird Rettenberger später auch zum Verhängnis…

Die Geschichte des Films ist eigentlich absolut unspektakulär; es gibt nur wenige handelnde Personen. Aber Andreas Lust, der die Hauptfigur spielt, brilliert in dieser Rolle. Sein unbewegtes Gesicht verrät keine Gefühlsregung und sein Rennen erscheint wie eine immerwährende Flucht vor sich selbst. Ein Film, der den Zuschauer von der ersten Sekunde an fasziniert und in seinen Bann zieht!

[Foto von Colin Brown, CC-Lizenz]

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