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Mark Knopfler live in Berlin

Foto von Mark Knopfler beim Konzert in BerlinKonzerte sind wie eine Schachtel Pralinen: Man weiß nie, was man bekommt.

Das ging mir durch den Kopf, als wir uns auf die Räder schwangen und Richtung O2-World radelten, um einen Abend mit Mark Knopfler zu verbringen.

Die Karten hatten wir in Form von Gutscheinen geschenkt bekommen, was den Erwartungsdruck erfreulich niedrig hält. (Eintrittspreise jenseits der 50 EUR sind uns sonst zu happig.)

Gehöre ich hierhin?

Vor dem Eingang erstmal die Erkenntnis: Wir sind bei weitem die Jüngsten hier, um uns herum Menschen der Generation 60+. Hat Mark Knopfler, Voice and Guitar of Dire Straits, wirklich nur Fans in diesem Alter?

Das benachbarte Pärchen will den Eindruck verbiesterter Senioren unbedingt bestätigen: Sie sitzt auf einem unserer Plätze, wir weisen höflich darauf hin, er poltert: “Das kann nicht sein!” Und die Veranstalter helfen kräftig nach, dem Konzert im Vorfeld eine Butterfahrt-Aura zu geben — mit Supermix statt Vorband.

Auftakt: Border Reiver. Kenn ich nicht, Anje hat das letzte Album Get Lucky gekauft und mir seitdem vorenthalten. Seit Sailing to Philadelphia hab ich so gut wie gar nichts mehr gehört von ihm.

Und dann das: Viel Violine und Querflöte, wenig Bass, wenig Tempo. Ich glaube, ich bin hier falsch. Wir sind bestimmt auch die einzigen, denen das Sitzen etwas komisch vorkommen.

In Erinnerungen schwelgen

Dann wird plötzlich alles besser: What it is, Sailing to Philadelphia, Prairie Wedding. Etwas ruhiger, als ich sie mir vorgestellt hatte, aber immerhin.

Bei den Dire Straits-Covern fällt mir auf, was ich mit der Musik verbinde: Eines meiner ersten besseren Alben war von ihnen. Die Musik prägt meinen Geschmack bis heute. Und Anjes. Das ging sogar so weit, dass ich meinen iPod mini mit einer Zeile aus Sultans of Swing hatte gravieren lassen:

It ain’t what they call rock’n’roll

Meine zweite Wahl war aus demselben Lied gewesen:

You feel alright when you hear that music ring

Und dann hatte es Sailing to Philadelphia irgendwie geschafft, zu unserem Album zu werden.

Gute Zeiten.

Ausklang

Auch wenn die Stimmungskanonen um uns herum bei jedem “Woohoo” komisch kucken, hält uns das nicht wirklich auf. Gekrönt wird der Abend durch ein beherzt-militärisches “Hinsetzen!” vom Nachbarn, als sich Leute tatsächlich erdreisten, bei den Zugaben aufzustehen.

Nach zwei weiteren Zugaben — insgesamt 25 Minuten — ist dann Schluss. (Liste aller gespielten Titel)

Alles in allem ein sehr schöner Abend: Viel gute Musik, wenig Show, ein bisschen Video (unter anderem eine Aufnahme entlang des Gitarrenstegs, während Mark Knopfler spielt).

[Foto: Mark Knopfler, live O2 World, Berlin von oetting, Lizenz: CC-BY-SA. Alle Konzertfotos der Reihe sind sehenswert.]

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  • fronx 22. Juni 2010, 09:33

    Haha, das kommt meinem “Crowded House”-Erlebnis recht nahe. Gut beschrieben!