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Mein ProductCamp Berlin

Gestern war ich beim ProductCamp Berlin. Das war mein erstes BarCamp. Und zu einem Thema, das mich beruflich eigentlich nur tangiert: Produktmanagement. Im Gepäck hatte ich einen kleinen Vortrag über Baked In und wollte darüber diskutieren (das Buch hatte ich kürzlich gelesen und wollte es einem kleinen Realitätscheck unterziehen).

Hier also meine Eindrücke.

Ein bisschen Chaos muss sein

Treffpunkt 9 Uhr bei Zanox im Foyer. Namensschild abholen. Belegte Brötchen und Obst stehen bereit. Vor hier hat man einen wunderbaren Ausblick über die Spree.

Die Vorstellungsrunde dauert bei geschätzten 100 Leuten etwas länger, obwohl sich jeder kurz fasst. Dann werden Vorschläge für Sessions gesammelt und anhand der Interessensbekundung auf die fünf Räume aufgeteilt.

Etwa 20 von 25 Slots werden so belegt, einige entscheiden sich tatsächlich spontan für eine Session, um den Tag nicht ungenutzt verstreichen zu lassen. Ich bekomme einen Slot um 12.

Warm werden

Um 11 geht’s los. Die erste Diskussion über die Rolle von Product Manager und Product Owner bei Scrum kommt nur langsam in Gang. Vielleicht müssen alle erst warm werden, vielleicht war die Moderation nicht ganz gelungen. Zu diesem Zeitpunkt komme ich mir etwas fehl am Platz vor.

Danach bittet mich Lars, einer der Organisatoren, meinen Slot zu verschieben. Damit sollen Kollisionen in Grenzen gehalten werden. Macht mir natürlich nichts aus, auch wenn ich meine Aufregung gern frühzeitig abgebaut hätte.

Immerhin habe ich so noch Gelegenheit, eine andere Session zu besuchen.

Die zweite Session ist als Vortrag vorbereitet und läuft wesentlich strukturierter ab: Darryl über Building products that people love. Ich befürchte starke Überschneidungen mit meinem Vortrag, das hält sich aber zum Glück in Grenzen.

Mittagspause zum Mitmachen

Mittagspause. Lunchpakete werden verteilt, liebevoll gepackt mit Sandwich, Obst, Pudding, Chipstüte und — Ü-Ei (siehe Foto). Man kommt ins Gespräch, zwischendurch versichert das Orga-Team, dass genug Essen da wäre, die Lunchpakete zu packen dauert nur länger als geplant. Holger bittet um Geduld und Mithilfe.

Da ich Sandwich und Banane schon gegessen habe, stiefel ich nach oben und helfe mit, den Inhalt der Lunchpakete durchzugehen und aufzufüllen, was noch fehlt. Der Flaschenhals sind die Sandwiches. Gute Tat für heute: Check.

Baked In: Meine eigene Session

Kurz vor meinem eigenen Vortrag fällt mir ein, dass ich mein MacBook ohne Adapter schlecht an Beamer o.ä. anschließen kann. In letzter Minute kann ich mir noch einen leihen. Der große LCD-Fernseher weigert sich dennoch standhaft, das Signal vom Mac zu erkennen, wohl weil es die Eingangsquelle “PC” etwas zu wörtlich nimmt.

Muss ich also auf den 15-Zöller darunter ausweichen.

Die Präsentation läuft nach meiner Einschätzung mäßig, und die Diskussion braucht eine Weile, um in Gang zu kommen. Letztlich kann meine Neugier, ob die Rezepte aus dem Buch auch auf den B2B-Bereich anwendbar sind, aber gestillt werden.

Interessant finde ich dabei den Einwand, dass es Firmen wie 37signals schaffen, mit ihren Produkten Unternehmen anzusprechen, obwohl deren Vermarktung eher nicht den Erwartungen aus dem B2B-Bereich entspricht. Nicht zuletzt, weil auf der Website Preise genannt sind — was nach Lars’ Meinung eindeutig B2C klassifiziert.

Kaffeepause und Ausklang

Zumindest mit der anschließenden Diskussion und den Erkenntnissen daraus bin ich zufrieden. Ich plaudere noch ein wenig mit Manuel und lasse mir dann den Kuchen von Katie schmecken — den muss man probiert haben!

Die letzte Session, bei der ich mitmache, ist eine improvisierte über Internationalisierung. Heike hat sie vorgeschlagen und sich Brainstorming vorgestellt, was mit der aufkommenden Diskussion in den Hintergrund tritt.

Letztlich geht es um Erschließung neuer Märkte und was dabei zu beachten ist: Vor allem kulturelle Unterschiede, aber auch technische, Wartungs- und Zahlungsprobleme sowie Preisgestaltung.

Was diese Runde so besonders interessant macht, ist ihre Internationalität. Zwei Erkenntnisse runden für mich diese Session ab: Websites, die nicht in lokaler Sprache vorliegen, können eine gewisse Exklusivität suggerieren. Und A/B-Tests können beim Auffinden von lokalen Unterschieden sehr hilfreich sein.

Vor der letzen Session muss ich dann leider auch schon weg.

Fazit

Was mir erst hinterher auffiel, ist, dass wir den ganzen Tag über nur digitale Produkte thematisiert haben. Das hätte ich im Rückblick gern etwas anders gehabt.

Auch wenn ich bei meiner täglichen Arbeit eher wenig mit dem Thema zu tun habe, hat Baked In mein Interesse geweckt. Und das ProductCamp kam genau zum richtigen Zeitpunkt. Ich bin um einige Erkenntnisse und Kontakte reicher — und genau darum geht’s!

Vielen Dank nochmal an Heike, Lars und Holger für die klasse Organisation!

Warst du beim ProductCamp dabei und kannst noch etwas ergänzen? Oder warst du auf anderen BarCamps? Was läuft dort vielleicht anders ab?

Sag’s uns in den Kommentaren!

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