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WordCamp 2010 in Berlin

Foto: WordCamp-Banner vor dem Eingang vom BetahausAm Samstag war ich auf dem WordCamp, einem BarCamp rund um WordPress hier in Berlin. WordPress ist die Software, mit der diese Website läuft.

Da ich gerade erst vor kurzem auf dem ProductCamp war, sind die Eindrücke noch frisch und ich kann die beiden Veranstaltungen gut vergleichen.

Vorgeplänkel

Sebastian und mir war ja schon vor dem Camp aufgestoßen, dass so viele Sessions vorab eingereicht wurden. Im Prinzip war der Plan schon voll, bevor überhaupt jemand eingelassen wurde.

Interessanterweise war die Altersspanne größer als beim ProductCamp. Die Frauenquote lag irgendwo im 5-Prozent-Bereich. Immerhin waren mehr als 10 Frauen anwesend, und eine Teilnehmerin verlor deswegen eine Wette. Wetteinsatz: Eine Speed-Dating-Session gegen Abend mit allen Frauen.

Regine Heidorn wollte diskutieren, warum sie WordPress nicht gern empfiehlt, und sorgte damit für leichte Unruhe im Publikum. Später höre ich ein Gespräch, indem es heißt, sie wolle “WordPress kaputtmachen.” Und weiter: “Dann soll sie doch nicht zum WordCamp kommen.” Was für ein Quatsch!

Ich hoffe, dass nicht alle Teilnehmer so gedacht haben, denn nichts schadet einem Projekt mehr, als es von Kritik abzuschirmen. Wie soll ich mich verbessern, wenn ich nur den Leuten zuhöre, die meine Arbeit gut finden?

Leider konnte ich die Session nicht miterleben, aber ich werde mal nachfragen, was ihre Argumente sind und wie die aufgenommen wurden. (Update: Heinz hat in seinem Bericht alles stichpunktartig zusammengefasst.)

Sessions, bei denen ich dabei war

Hier eine Liste der Sessions, die ich auf dem Camp mitgemacht habe:

  • Performance-Optimierung von Vladimir Simovic: Viel Bekanntes, und einiges davon steht noch auf meiner Liste für WendtsWelt.
  • Hands-On Screencasting mit Axel Becker, zur Erweiterung des Horizonts
  • Florian Holzhauer über den Einsatz von varnish beim law blog, um dort WordPress mit 7-8 Millionen monatlichen Hits betreiben zu können
  • Suchmaschinenoptimierung von Martin Metzmacher. Obwohl die Session für Fortgeschrittene angekündigt war, kratzte sie doch eher nur an der Oberfläche. Schade.
  • Frank Bültge und Olaf Schmitz über den Einsatz von WordPress in Projekten bei Inpsyde.
    Das war insofern interessant, weil es wie keine andere Session die geschäftlichen Einsatz von WordPress unter die Lupe nahm.

    Automatisierte Tests werden bei Inpsyde aber nicht eingesetzt, wie ich auf Nachfrage erfuhr.
    Auch spricht nicht wirklich für Sicherheitsbewusstsein unter WordPress-Anwender, wenn von geschätzt 150 Anwesenden lediglich etwa 10 angaben, WordPress über die Standardinstallation hinaus besonders abzusichern.

Betahaus: Eine denkbar schlechte Location

Das Camp fand im Coworking-Space Betahaus statt. Mal abgesehen davon, dass ich mich schon einmal am elitären Gehabe auf deren Website gestört habe, war ich diesmal von dem Veranstaltungsort an sich nicht begeistert.

Ich bin da auch nicht der einzige, der so denkt, allerdings hat Torsten sein Urteil leider nicht begründet.

Beim ProductCamp bei Zanox war die Lobby wie ein kleines Café mit Stühlen, Tischen und Sofas eingerichtet — die Mehrheit der Teilnehmer konnte sitzen. Im Betahaus mussten die meisten in der Lobby stehen.

Die Verteilung der Räume auf Erdgeschoss und 4. Etage war auch alles andere als optimal — zumal es nur einen Fahrstuhl für vielleicht 10 Leute gab. Stündlich vier Treppen zu steigen, um in der Lobby etwas zu trinken zu holen, macht in einem Altbau bei über 30 Grad nun wirklich keinen Spaß!

Auch war die Akustik im größten Raum derart schlecht, dass es schon eine Frechheit ist, ihn für derartige Veranstaltungen überhaupt zu vermieten.

Kurzum: Ich hoffe, die Organisatoren finden beim nächsten Mal einen besseren Ort (was nicht schwer sein dürfte).

Trotz dieses Wermutstropfens möchte ich allen Organisatoren, allen voran WordPress Deutschland, und dem Betahaus-Café für ein gelungenes Camp und allen Teilnehmern für interessante Diskussionen und Denkanstöße danken!

[Foto: WordCamp 2010 in Berlin von Karsten Kneese, Lizenz: CC-BY-NC-SA]

Comments on this entry are closed.

  • Sebastian 6. Juli 2010, 09:13

    Ich kann mich dem nur anschließen.
    Ich werde auch noch was dazu schreiben, natürlich auch zu meiner Session (für die ich mich auch gezwungen fühlte im Vorfeld eine Anmeldung zu machen) , für alle, die sie verpassten. :)

  • Frank 6. Juli 2010, 09:27

    Die Session von Regina war im übrigen gut besucht und wurde rege genutzt. Sie hatte dann ihre Ankündigung auch besser dargelegt, denn jedes Projekt braucht und hat sicher Kritikpunkte.
    Die Sessions im Vorfeld waren lediglich dafür da, dass man sich ein Bild machen kann, was eventuell zu erwarten ist. Es wurde auch auf der Website mehrfach erklärt, dass es ein BarCamp ist und man vor Ort Sessions setzen kann und andere abwählen kann. Es zeigt sich immer wieder, dass die Ankündigen im Vorfeld für viel Zeitersparnis sorgen und den Gästen einen Überblick geben, was zu erwarten ist.

  • André 6. Juli 2010, 09:43

    Danke euch beiden für die Ergänzungen!

    Frank: Ich wollte dem Projekt auch nicht absprechen, kritikfähig zu sein. (Sonst wäre WordPress nicht so weit gekommen, wie es heute ist.) Ich fand die Diskussion zwischen zwei Teilnehmern vor mir nur etwas… merkwürdig.

  • Frank 6. Juli 2010, 10:08

    So habe ich es verstanden – die klare Sicht auf Produkte fehlt ja einigen Leuten, da gibt es ja auch andere Produkte, wo man nicht kritisieren darf oder sollte. Ich finde gerade solche Themen gut, da man den Blickwinkel erweitert und eventuell kann man ja auch entkräften oder für sich eine Bestätigung finden.